|
„Jeremia Pflegende“ im Brandeinsatz: Rettung schwerstkranken Kindes erfolgreich! Am 30.10.2010 führte die Jeremia Ambulante Kinderkrankenpflege gemeinsam mit der Feuerwehr Düren (Löschgruppe Birgel) und der Johanniter - Unfall - Hilfe (Kreisverband Mettmann) eine Übung durch. Unter realistischen Bedingungen wurde der Brand eines Einfamilienhauses simuliert, in dem sich ein intensiv zu pflegendes Kind mit künstlicher Beatmung und im bewusstlosen Zustand sowie dessen Mutter und gesunde Geschwisterkind befanden. Video
zum Download
Einige Tage zuvor endete das diesjährige Seminar für die neueren „Jeremia – Pflegenden“, das Vorstandsmitglied des „Jeremia – Vereins“, Hauptbrandmeister und Ausbilder für Rettungsassistenten sowie Kinderkrankenpfleger (alles in einer Person! Toll!) Herr Andreas Theisen durchführte. Im letzten Jahr wurde ähnliches Programm und eine Großübung mehrerer Löschgruppen mit der Polizei aus Düren gemeinsam mit Jeremia durchgeführt.
Heute sorgten ohrenbetäubende Rauchmelder und eine absolut plötzlich eingetretene Dunkelheit im Haus für genug Adrenalin bei allen Beteiligten. Erhöht wurde die Anforderung der Teilnehmer durch den mutigen Einsatz der Kinder Cora Daverfeld und Semi Aydin, die im Haus vermisst wurden; Cora gemeinsam mit ihrer „Übungsmutter“ im Keller mit einer Rauchvergiftung, die das Bewusstsein eintrübte und im Erdgeschoss in einen Kinderintensivpflegebett und an Schläuchen und Kabeln angestöpselt Semi, der sich zudem im Wachkoma befand und nicht sprechen, geschweige denn, sich selber bewegen konnte. Die Aufgabe
der Jeremia – Pflegenden war es in den ersten Teilen der Übung, möglichst
das schwerstkranke Kind samt den wichtigsten Pflegeutensilien / Geräten
vor Eintreffen der Feuerwehr aus dem brennenden Haus zu bergen und einen
professionellen Notruf an die Feuerwehr zu leisten. Der für die Mitarbeiter
vorher nicht bekannte Faktor, dass ihnen aufgrund zu starker Feuer- und
Rauchentwicklung die Rettung des kranken Kindes unmöglich machte und
somit Stress pur aufgrund des Nichthelfenkönnens ihres vertrauten
zu Pflegenden erzeugte, erforderte dann die Stufe 2; in der nämlich
so präzise wie möglich die eintreffende Feuerwehr über den
Ort der vermissten Personen und die Besonderheiten des schwerstkranken
Kindes informiert werden musste.
Die Feuerwehr ist zum einen abhängig davon zu erfahren, wie sie aufgrund der starken Rauchentwicklung kriechend und mit der ca. 30 kg schweren Atemschutzausrüstung so schnell wie möglich unter Berücksichtung eventueller Gefahren auf dem Weg zum Kind gelangt. Desweiteren mussten die Feuerwehrmänner durch die Jeremia –Pflegenden so schnell wie möglich dargestellt bekommen, wie sie das schwerstkranke Kind von welchen Schläuchen und Kabeln am sichersten befreien und aus dem brennenden Haus retten können, ohne dass das Ablösen der falschen „Schläuche“ (z.B. Herauslösen der Atemkanüle aus dem Luftröhrenschnitt zwecks künstlicher Beatmung) zur zusätzlichen Lebensgefahr führt.
Während sich der Angriffstrupp der Feuerwehr unter schwerer Montur im brennenden Haus orientiert, um die vermissten Personen zu finden, erreicht der Rettungswagen der Johanniter – Unfall - Hilfe samt Notarzt den Einsatzort. Die Jeremia – Pflegenden geben diesem einen raschen Überblick über die Situation und es stellt sich heraus, dass der Notarzt bisher noch keine Kinder im Wachkoma betreut hat. Eine erfolgreiche gemeinsame Kommunikation führt zu einer zielorientierten Planung und Vorbereitung der Maßnahmen, sobald das schwerstkranke Kind aus dem Haus gebracht würde. Gleichzeitig zu vorgenannter Aufgabe ist „ein Ohr“ der Pflegenden am Sprechfunklautsprecher des Einsatzleiters der Feuerwehr, der mit den Feuerwehrmännern Kontakt hat, die die im Haus vermissten Personen suchen. Bei Rückfragen der Feuerwehrleute geben die Pflegenden den Einsatzleiter die notwendigen Infos.
Nach der Rettung des schwerstkranken und nur für das Bett wenig bekleideten Kindes aus dem rauchenden Haus durch die zwei Feuerwehrleute heißt es für die „Jeremia – Pflegenden“ , eine rasche und professionelle Übernahme und Versorgung gemeinsam mit dem Notarzt und dem Rettungsdienstpersonal sicher zu stellen. Zuerst auf dem Hof außerhalb des Gefahrenbereichs werden die Vitalfunktionen auf das Notwendigste gecheckt; dann geht es bei den kühlen Oktobertemperaturen sofort in den vorgeheizten Rettungswagen.
Ein weiterer Angriffstrupp der Feuerwehr war gleichzeitig von einem Hintereingang aus dabei, die vermisste Mutter und das gesunde Geschwisterkind im Untergeschoss zu suchen. Nach deren Rettung unmittelbar aus dem Haus wird der Notarzt aus dem Rettungswagen vom Einsatzleiter der Feuerwehr zu einer gesundheitlichen Vorabeinschätzung der Geretteten zum Hintereingang geschickt; Rettungsassistentin (dargestellt durch das hochmotivierte aktive Johanniter – Mitglied Frau Lena Wolters) und die „Jeremia – Pflegenden“ versorgen das Intensivkind im Rettungswagen weiter. Die „Jeremia – Pflegenden“, die als Hospitanten bei der Übung ihre zuvor ausgehändigten schriftlichen Aufgaben erledigen sollen, werden nun um weitere 2 Pflegende „reduziert“: Der Notarzt teilt diese unverhofft in die Betreuung der sehr aufgebrachten Mutter und des Geschwisterkindes ein, die nicht schwerverletzt sind, so dass der Notarzt sich zunächst wieder im Rettungswagen dem Intensivkind gemeinsam mit den Jeremia – Pflegenden widmen kann.
Alle übrigen „Jeremia – Hospitanten“ dachten evtl. schon, schlimmer kann es nicht mehr werden; doch getäuscht: Plötzlich kam der Einsatzleiter der Feuerwehr erneut zum Rettungswagen und bat um sofortige Schnelleinschätzung des Notarztes; dieses Mal für einen Feuerwehrmann, der nach Verlassen des qualmenden Hauses aufgrund einer Kreislaufstörung auf der Treppe samt seiner schweren Ausrüstung und mit den Umluftflaschen und der Atemmaske und Helm zusammen sackte (natürlich nur simuliert). Rasch hatte der Notarzt die Situation beurteilt und bis zum Eintreffen eines weiteren angeforderten Rettungswagens zwei weitere „Jeremias – Pflegende“ zur Betreuung des Feuerwehrmannes eingeteilt.
Nachdem die vermisste Mutter und das Geschwisterkind endlich etwas erholt zu dem schwerstkranken Familienmitglied in den Rettungswagen können, entspannt sich die Situation nach und nach und das Feuer im Haus konnte erfolgreich „gelöscht“ werden.
Zusammenfassend war es ein sehr ereignisreicher Tag mit in einer abschließenden gemeinsam durchgeführten Reflektion, die alle in hoher Zufriedenheit stimmte; die „Jeremia – Pflegenden“ schon deshalb, weil laut vorliegenden Informationen „Jeremia“ wohl der einzige Kinderintensivpflegedienst sei, der landesweit seine Mitarbeiter derart intensiv in die Rettung intensiv kranker Kinder aus brennenden Häusern schult und natürlich nicht nur theoretisch, sondern auch mittels Leistungsüberprüfung gemeinsam mit der Feuerwehr, dem Rettungsdienst und der Polizei.
Ein großer Dank seitens des Geschäftsführers von Jeremia, Herrn Wolfgang Brechtel, geht für dieses Jahr an die Feuerwehr Düren (Löschgruppe Birgel), der Johanniter Unfall Hilfe und den „Jeremia – Pflegenden“; nicht zu vergessen noch einmal natürlich an unsere tollen Helfer Cora und Semi, die uns bestens herausforderten.
|